86% Zuversicht, 27% Können – die Lücke, die niemand sehen will

Eine Führungskraft im Mittelstand, die ihr Team gut kennt. Motivierte Mitarbeitende, die anpacken wollen. Ein Unternehmen, das investiert — in Tools, in Prozesse, in Entwicklung.
Und trotzdem das leise Gefühl: Wir kommen nicht wirklich voran.
Das ist kein Einzelfall. Es ist ein Muster. Und unsere Umfrage unter über 270 Führungskräften, HR-Verantwortlichen und Mitarbeitenden in mittelständischen Unternehmen macht sichtbar, warum.
Was die Zahlen zeigen
86 Prozent der Befragten blicken optimistisch auf ihre berufliche Zukunft. Das ist eine gute Nachricht — Zuversicht ist eine Voraussetzung für Veränderung.
Aber gleichzeitig klafft bei den Kompetenzen, die für diese Zukunft entscheidend sind, eine massive Lücke. Zwischen dem, was Mitarbeitende für notwendig halten und dem, was sie tatsächlich beherrschen, liegen 40 bis 50 Prozentpunkte.
Anders formuliert: Die meisten wissen, was sie brauchen. Aber sie haben es noch nicht.
67 Prozent der befragten Unternehmen setzen sich nicht systematisch mit veränderten Berufsbildern und neuen Kompetenzanforderungen auseinander. Nicht weil sie es nicht wollen. Sondern weil der Rahmen fehlt.
Die Zahlen im Detail:

Alle suchen Orientierung — auch die Führung
Das vielleicht überraschendste Ergebnis unserer Umfrage: Über 70 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Orientierung in der beruflichen Entwicklung.
Das klingt zunächst nach einem Signal der Mitarbeitenden. Aber es kommt von allen Ebenen von Azubis genauso wie von Mitarbeitenden, HR-Verantwortlichen und Geschäftsführern.
Das ist ein wichtiger Befund. Denn er räumt mit einer verbreiteten Fehldiagnose auf: Das Problem ist nicht, dass Mitarbeitende sich nicht entwickeln wollen. Und es ist nicht, dass Führungskräfte keine Entwicklung fördern wollen. Es fehlt ein gemeinsamer Rahmen, eine klare Vorstellung davon, welche Kompetenzen in
drei Jahren gebraucht werden und wie der Weg dorthin aussieht.
Alle stehen vor derselben Frage. Und niemand hat eine belastbare Antwort.
Warum Motivation allein nicht reicht
72 Prozent der Mitarbeitenden sind bereit, sich weiterzuentwickeln. Das ist eine hohe Zahl — und eine, die Unternehmen selten ausreichend nutzen.
Warum kommt es nicht zusammen? 78 Prozent nennen Zeitmangel als größte Hürde. 56 Prozent vermissen klaren Fokus — sie wissen nicht, wo sie am besten anfangen sollen. An dritter Stelle folgt das Unwissen über vorhandene Angebote.
Das ist kein Motivationsproblem. Es ist ein Steuerungsproblem.
Wer Weiterbildung anbietet ohne zu wissen, welche Kompetenzen wirklich gebraucht werden, investiert ins Blaue. Wer weiß was gebraucht wird, aber keinen klaren Fokus setzt, lässt Motivation verpuffen. Und wer wartet bis der Bedarf offensichtlich ist, hat den günstigsten Zeitpunkt bereits verpasst.

Sie haben vermutlich ein Weiterbildungsbudget. Ihre Mitarbeitenden wollen lernen. Aber es kommt nicht zusammen.
Was das mit Personalplanung zu tun hat
Kompetenzlücken entstehen nicht über Nacht. Sie entstehen, weil niemand frühzeitig gefragt hat: Welche Fähigkeiten brauchen wir in drei Jahren — und welche haben wir heute noch nicht?
Das ist keine Weiterbildungsfrage. Es ist eine strategische Planungsfrage.
Unternehmen, die das systematisch angehen, haben einen klaren Vorteil: Sie wissen nicht nur, wen sie suchen müssen, sie wissen auch, wen sie intern aufbauen können. Sie geben Mitarbeitenden eine Richtung. Und sie geben Führungskräften einen Rahmen, in dem Entwicklung nicht als Zusatzaufgabe gilt, sondern als Teil der Arbeit.
Das ist der Unterschied zwischen reaktiver Personalarbeit und strategischer Personalplanung — und er wird in den nächsten Jahren darüber entscheiden, welche Unternehmen im Wettbewerb um gute Leute vorn liegen.
Wie strategische Personalplanung im Mittelstand konkret aussieht, beschreiben wir hier:
Wer trägt Ihr Unternehmen in drei Jahren?
Die vollständigen Ergebnisse unserer Umfrage stehen als Whitepaper zum Download bereit: Zwischen Zuversicht und Umsetzungsdruck
Grundlage dieses Artikels ist eine Umfrage von läuft Consulting unter über 270 Führungskräften, HR-Verantwortlichen und Mitarbeitenden in mittelständischen Unternehmen (2025) sowie McKinsey HR Monitor 2025 und DIHK-Fachkräftereport 2025/2026.





